Mit modernen Mitteln auf Täterjagd

Juliva am 12. Januar 2011

Es ist fürwahr kein seltenes Hobby in Deutschland. Viele Menschen interessieren sich für kriminalistische Themen, lesen Krimis, schauen Kriminalserien im Fernsehen und sitzen jeden Sonntag pünktlich um 20.15 Uhr auf der Couch, um den Tatort zu schauen. Dabei dient die Darstellung von Verbrechen und ihrer Aufklärung in den Medien auch immer ein bisschen dazu, die Realität widerzuspiegeln. Interessant ist daher die Frage, welche Art von fiktiven Verbrechen es heutzutage gibt, wie die Taten motiviert sind, was zur Lösung eines Falles beiträgt und welcher Mittel sich die Ermittler dabei bedienen können?

Mord in bester Gesellschaft

Dabei begegnen einem nur noch selten die klassischen Krimimorde à la Sherlock Holmes oder Miss Marple. Die Tat als Zentrum der Handlung und die Aufklärung durch einen Meisterdetektiv (oder einer Detektivin) alter Schule scheint nicht mehr genug Menschen hinter dem Ofen hervor zu locken. Die Verbrechen sind komplexer geworden und mit ihnen die technischen Mittel zur Aufklärung der Taten. Massengentests dienen der Tätersuche heute besser als das beharrliche Durchforsten der Nachbarschaft und das Klinkenputzen der Ermittler. Sogar an Verkehrskontrollen werden Gentests genommen, da man aufgrund von Verwandtschaftsanalysen so auch den Täter oder die Täterin finden könnte, wenn diese selbst den Test verweigern.

Hoffnung auf Zufallstreffer oder ausgeklügelte Taktik?

Geht der Polizei durch solch einen Zufall nämlich nur der Bruder oder der Onkel des Täters in Netz, kann auf einen Schlag der Kreis der Verdächtigen rapide verkleinert werden. DNA-Spuren an der Kleidung und am Tatort reichen dann zum Abgleich und zur Überführung des Täters aus, ohne dass der Kommisar auch nur eine einzige Frage gestellt hat.

Moderne Verbrechen

Besonders bei den Fernsehserien wird dem hohen Interesse an wissenschaftlichen Ermittlungsmethoden Rechnung getragen. Manchmal ermittelt nur noch ein Gerichtsmediziner, ein Profiler oder ein Techniker, ohne dass der polizeiliche Ermittler noch von Relevanz zu sein scheint. Doch auch die Taten haben ein anderes Gesicht bekommen. Ging es in früheren Romanen und Filmen meist um Mord, Entführung oder Überfälle, sind die Verbrechen heute oft von der Gier nach Macht, Geld und Sex geprägt. Stalking und Cyber-Grooming sind die Taten der Zeit und das Erzählen solcher Fälle scheint mehr Publikum anzulocken als “langweilige” Morde. Besonders häufig geht es neben solchen Gewalttaten aber auch um psychisch gestörte Täter, die gesellschaftlich gescheitert sind und daher vom Publikum schon fast wieder als Opfer betrachtet werden. Auch wirtschaftlich motivierte Taten, Betrug und Finanzskandale im großen Stil oder einfach Korruptions- und Erpressungsgeschäfte erweisen sich immer wieder als sehr guter Stoff für fiktive Kriminalgeschichten.

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