Rollstuhl: Was nun?
Juliva am 4. Oktober 2010
Es kann jeden treffen: ein Unfall, ein unaufmerksamer Moment oder einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort – und schon hat sich das Leben grundlegend verändert. Nicht nur für die Betroffenen selbst bedeutet ein Leben im Rollstuhl eine tiefgreifende Veränderung, sondern auch für die Angehörigen ist es anfangs nicht gerade einfach, sich darauf einzustellen. Dabei geht es nicht nur um die geistige Haltung und den entsprechenden Umgang miteinander, sondern auch um die ganz banalen Dinge des Alltags.
Versicherung kann Kosten tragen
Bei der Kostenfrage ist natürlich die vorherige Absicherung entscheidend. Im Falle eines Unfalls springt die Unfallversicherung mit einem gewissen Betrag ein, um zumindest die ersten Unkosten für Gerätschaften und Umbauten leisten zu können. Je nach Ursache und Hergang kommen zusätzliche Gelder einer fremden Haftpflichtversicherung dazu, sofern eben eine zweite Partei an der Sachlage beteiligt war. Und kann man anschließend in seinem gelernten Beruf nicht mehr tätig sein, springt die Berufsunfähigkeitsversicherung ein – sofern man denn eine abgeschlossen hatte. Ist dies nicht der Fall, hat man ein echtes Problem.
Denn je nachdem, wo und wie man zuvor gelebt hat, stehen nun Umbauten an. Treppen an der Haustür müssen mit einer Rampe versehen werden, Treppen im Haus mit Hilfe eines Sitzlifts überbrückbar gemacht werden und eventuell auch Türrahmen verbreitert werden. Sitzlifte sind allerdings nicht für alle Gehbehinderungen geeignet, hier ist eine ausführliche Beratung wichtig, damit auch die Umrüstung entsprechend bedarfsgerecht erfolgen kann. Wenn das Geld dafür nicht ausreicht, kann man Zuschüsse bei der Pflegeversicherung beantragen, die in vielen Fällen zumindest einen Teil des Geldes zuschießt.
Barrierefreiheit schaffen
Wer abgesehen von den unteren Gliedmaßen alles andere gut bewegen kann, der wird dank entsprechender Umbauten auch gut alleine zurechtkommen können. Natürlich bedarf es einer längeren Umstellungsphase, in der man sich an die neuen Bewegungsabläufe gewöhnen und sich vor allem mental mit der neuen Lebenssituation anfreunden und abfinden muss. Je nach Fall kann es auch erforderlich sein, eine Pflegekraft zu engagieren, die sich in regelmäßigen Abständen um einige Dinge im Haushalt kümmern kann. Natürlich möchte niemand auf dauerhafte Unterstützung angewiesen sein, aber wenn aus der Familie niemand zur Verfügung steht – aus welchen Gründen auch immer – dann sind solche Vorgehensweisen leider unumgänglich.
Auch wer ein eigenes Haus baut oder bauen lässt, sollte von vornherein einen Blick darauf haben, dass sich solche Umbauten im Zweifel ohne großen Aufwand ermöglichen lassen. Denn auch wer im Alter gesund ist, wird trotzdem mit gewissen körperlichen Einschränkungen zurechtkommen müssen. Und wenn man mit über 70 Jahren die Treppen nicht mehr so gut hochkommt wie vor 30 Jahren, ist das zwar ganz normal, aber trotzdem kein Zustand, mit dem man auf Dauer leben kann. Wer also vorausschauend baut, baut auch für das Alter und mögliche Notfälle gut.
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