Umfrage: Geld ist wichtiger als Freizeit

Juliva am 9. September 2010

Mehr Geld verdienen, aber dafür weniger Freizeit – die Mehrheit der deutschen Berufstätigen würde sich dafür entscheiden. Rund zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer wäre dazu bereit, für eine Erhöhung ihres Gehalts Überstunden zu machen und damit weniger Freizeit zur Verfügung zu haben. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Instituts Emnid im Auftrag des Karriere-Portals Jobware.

Rund 40 Stunden beträgt in Deutschland die durchschnittliche Zeit, die deutsche Beschäftigte wöchentlich bei der Arbeit verbringen. In vielen Branchen und Tätigkeitsbereichen ist es jedoch üblich, dass weitaus mehr gearbeitet wird. Das Umfrageinstitut Emnid hat untersucht, unter welchen Bedingungen die deutschen Beschäftigten bereit wären, zu Lasten ihrer Freizeit mehr zu arbeiten.

Männer verzichten eher auf Freizeit

Vor allem die männlichen Berufstätigen würde die Entscheidung zwischen Geld und Freizeit nicht schwer fallen. Rund 70 Prozent der befragten Männer wäre dazu bereit, auf einen Teil ihrer Freizeit zu verzichten, wenn sie dafür mehr Geld verdienen würden. Bei den weiblichen Befragten tendieren nicht ganz so viele zur beruflichen Mehrbelastung, auch wenn damit ein höheres Gehalt verbunden wäre. Nur 57 Prozent der befragten Frauen würden auf einen Teil ihrer Freizeit verzichten, wenn sie dafür mehr Geld bekämen. Ein Grund hierfür könnte sein, dass Frauen auch in der heutigen Zeit noch häufig mit der Doppelbelastung von Beruf und Familie konfrontiert sind und nicht selten einen Kalender von www.kalenderriese.de benötigen, um damit überhaupt all ihre Termine im Überblick behalten zu können.

Derartige Unterschiede sind auch zwischen den alten und neuen Bundesländern feststellbar. So würden die Berufstätigen in den neuen Bundesländern in stärkerem Umfang Überstunden machen, wenn damit eine bessere Bezahlung verbunden sein sollte: Insgesamt würden rund 70 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten einen derartigen Kompromiss eingehen. Von den westdeutschen Arbeitnehmern würden lediglich rund 62 Prozent auf einen Teil ihrer freien Zeit verzichten und einen mit Arbeitsaufträgen gefüllten Terminplaner in Kauf nehmen, wenn sie dafür besser bezahlt werden würden.

Je höher die Bildung, desto weniger wichtig ist Geld

Von den befragten Beschäftigten gibt nahezu jeder Zweite an, dass er vor allem durch finanzielle Leistungen am Arbeitsplatz motiviert wird. Dabei konnte festgestellt werden, dass mit zunehmender Bildung der Arbeitnehmer die Höhe der Bezahlung einen weniger starken Anreiz ausübt. So gibt nur noch rund jeder vierte Abiturient oder Hochschulabsolvent an, dass seine Leistungen bei der Arbeit primär von der Bezahlung abhängen. Für viele von ihnen zählt die Zeit, die nach der Arbeit für private Aktivitäten und Hobbys übrig bleibt. Bei den Beschäftigten mit niedrigerer Bildung hat hingegen die Höhe der Bezahlung einen größeren Einfluss auf ihre Motivation am Arbeitsplatz. Auch dieser Aussage stimmen die männlichen Befragten in höherem Maße zu als die weiblichen.

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